Einsätze 2017

07.08.2017 - Nachbarliche Löschhilfe, Großfeuer Seesen

Einsatz Feuerwehr Langelsheim, Feuer groß, Löschzug nach Seesen.

So lautete die Meldung, die unsere Einsatzkräfte am Montagmittag um 11:55 Uhr erreichte. Die Ortsfeuerwehr Seesen wurde knapp 6 Minuten vorher alarmiert. Gemeldet wurde ein Brand auf einem Betriebsgelände der ehemaligen Fa. Sonnen Bassermann in Seesen. Als die ersten Seesener Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, erwartete sie ein mittlerweile ausgedehntes Feuer in einer Lagerhalle. Explodierende Sprayflaschen und eine immense Rauchentwicklung veranlassten den Einsatzleiter dazu, umfangreich nach zu alarmieren. Fast alle Feuerwehren des Stadtgebietes Seesen wurden an die Einsatzstelle gerufen. Einzig die Feuerwehr Rhüden wurde nicht alarmiert, diese sollte für den Grundschutz des gesamten Stadgebietes in Reserve bleiben. Eine Entscheidung, die sich im nachhinein als richtig erweisen sollte. Als der Löschzug Langelsheim sich mit ELW1, TLK23/12, LF20 sowie dem Gw1Log in Richtung Seesen in Bewegung setzte, konnte bereits auf den Anfahrt über die B82n die Rauchsäule deutlich erkannt werden. Noch während wir uns auf den Anfahrt befanden, wurden weiter Kräfte hinzugerufen. Der ELW2 der FTZ Goslar, sowie die Pressegruppe der Kreisfeuerwehr sollten den Einsatz unterstützen. Vor Ort angekommen, wurden wir in die Lage eingewiesen und erhielten unseren Einsatzauftrag. Wir fuhren die nördliche Gebäudeseite der ca. 1600m² großen Halle an. nachersten Informationen zufolge, sollten in dieser Halle große Mengen an Putzlappen, Altkleidern und auch Spraydosen gelagert sein. Diese explodierten auch während wir schon im Einsatz waren, laut hörbar.

  

 

In unserem Einsatzabschnitt stellten wir mit dem TLK die Brandbekämpfung über das Dach sicher. Unser LF 20 war als wasserführendes Fahrzeug zur Eigenversorgung des Gelenkmastes zuständig. Eine Wasserversorgung durch in der Nähe befindliche Unterflurhydranten wurde durch die Mannschaft des Gerätewagens aufgebaut. Diese verlegte auch gleich noch eine weitere Wasserförderleitung für die an der östlichen Gebäudeseite arbeitenden Seesener Kräfte. Der Abschnitt in dem wir tätig wurden wurde durch den Langelsheimer Zugführer übernommen. Im weiteren Verlauf der Löscharbeiten kamen in diesem Bereich noch ein Tanklöschfahrzeug 4000 der FTZ Northeim, sowie eine Drehleiter der FF Bad Gandersheim hinzu. Das TLF4000 speiste dann abwechselnd mit unserem LF20 den Gelenkmast. Aufgrund der großen  Hitzeentwicklung standen beide Hubrettungsfahrzeuge im spitzen Winkel zur brennenden Halle. Hier drohte die Außenwand einzustürzen. Teile der Wand stürzten bereits kurz nach Beginn unserer Löscharbeiten auf die Straße. Die Dachfläche bestand aus sogenannten Sandwichplatten. Hierbei handelt es sich lange Plattenteile, die zwischen den Außenseiten, welche aus Blech bestehen, ausgeschäumt sind. Dieser Schaum verbrannte im Laufe der Zeit, was dazu führte, das die mehrere Meter langen Blechteile sich in das Innere des Gebäudes neigten. Hier bildeten diese Blechteile quasi eine Abdeckung. Alles was sich darunter befand, konnte somit von den Wasserwerfern der Hubrettungsfahrzeuge nicht direkt erreicht werden. nachdem erkennbar war, das wir mit Wasser kaum noch eine Löschwirkung erzielen konnten, begannen wir mit dem Einsatz von Schaummittel. Dieses sollte dazu führen, das der Schaum zwischen den Blechteilen der ehemaligen Dachfläche hindurchlaufen, und die darunter liegen Brandherde ersticken würde. Auch war eine größere Löschwirkung im Bereich der gestapelten Kleiderballen durch den Schaumeinsatz angestrebt. Dadurch, das die Dachfläche nun nicht mehr geschlossen auf der Halle lag, konnte die Hitze nach oben entweichen. Dieses führte dazu, das die Wände nicht mehr so stark durch die Hitze beaufschlagt wurden, und die Gefahr des umstürzen verringerte sich somit. Ein Innenangriff in der Halle selbst, war bereits in der Anfangsphase nur bedingt bis gar nicht mehr möglich.  

 

  

Nachdem der Schaumangriff über unseren Gelenkmast erste Löscherfolge zeigte, ließ auch die Rauchentwicklung deutlich nach. Eine jetzt mögliche Lageerkundung in einem angebauten Flur, der über die ganze Hallenlänge verlief, ergab, das ein Zugang in die Halle von unten nicht möglich war. Die Tore, welche aus dem Flur in die einzelnen Bereiche der Lagerhalle führten, konnten zwar teilweise geöffnet werden, dahinter jedoch war ein weiteres Vorgehen durch Einsatzkräfte nicht möglich. Der dort liegende Brandschutt und die herabgestürzten Dachteile verhinderten das Betreten der Halle. Somit konnten weitere Löscharbeiten nur über die Hubrettungsfahrzeuge vorgenommen werden. Im Innenhof des Geländes befand sich dir Drehleiter der Feuerwehr Seesen. Diese konnte, bedingt dadurch dass vor der Halle ein Stahlbau als Verladebereich errichtet war, nicht mehr effektiv genug eingesetzt werden. Hinter diesem Verladebereich drohte die Ausbreitung des Feuers in eine angrenzende Halle. Die Dachfläche dieser Halle war mit Welleternitplatten belegt. Darunter befand sich ein Holzdach mit Bitumenschweißbahn. Hier hatte das Feuer eine gute Grundlage zur Ausbreitung. Unser Teleskopmast musste nun von der Feldstraße auf das Betriebsgelände umgesetzt werden. Unser neuer Einsatzauftrag lautete: Aufnehmen des Welleternitdaches und Brandbekämpfung des sich darunter ausbreitenden Feuers. Dieses gestaltete sich jedoch schwieriger als zuerst ersichtlich. Der dort vorhandene Stahlbau der ehemaligen Verladung verhinderte, dass unser Fahrzeug weit genug an das Gebäude heran kam. Wir konnten somit die Fläche des Welleternitdaches nicht erreichen, um dieses aufzunehmen. Die Stahlträger, welche uns also im Wege waren, mussten etwas langwierig entfernt werden. Als dann nach einiger Zeit ein Schneidbrenner einer externen  Firma eingesetzt werden konnte, wurden die Stahlbauteile recht schnell entfernt. Der Teleksopmast konnte somit gute 6 Meter nach hinten versetzt werden. Somit war ein erreichen des Welleternitdaches möglich. Aber auch eine großflächige Erreichbarkeit in der eigentlichen Brandhalle wurde geschaffen. Das Feuer, welches sich in die Zwischendecke der angrenzenden Halle ausgebreitet hatte, wurde  nun auch endlich eingedämmt. Zu weit fortgeschrittener Stunde wurde nun durch die Einsatzleitung der Versuch unternommen, über die drei vor Ort befindlichen Hubrettungsfahrzeuge einen massiven Wasserwerfereinsatz in die Lagerhalle vorzunehmen. Dieser Versuch wurde nach kurzer Zeit wieder verworfen. Kurzerhand wurde entschieden, dass ein massiver Schaumeinsatz über den Langelsheimer Teleskopmast vorgetragen werden soll. Die Drehleiter aus Seesen unterstützte diese Maßnahme durch ausleuchten der Einsatzstelle von oben, die Drehleiter aus Bad Gandersheim wurde aus dem Einsatz herausgelöst und konnte die Heimfahrt antreten. Der Schaumteppich, welcher nun durch den Langelsheimer Gelenkmast in der gesamten Halle gelegt werden konnte, zeigte nun auch eine deutliche Wirkung. Etliche immer noch flackernde Brandstellen im inneren konnten  durch den aufgebrachten Schwerschaum erstickt werden. Es blieben noch einige kleinere Brandstellen, die auch von uns nicht erreicht werden konnten. Hier verhinderte das „herabgestürzte“ Dach, das der Schaum diese Stellen erreichen konnte.

 

 

Diese Brandherde werden die Ortsfeuerwehr Seesen wohl auch noch eine Weile beschäftigen. Die meisten Brandnester waren jedoch abgelöscht, und auch die Rauchentwicklung war damit auf ein Minimum reduziert worden. Gegen 23:00 Uhr konnten auch wir dann die Einsatzstelle verlassen. Das mit Atemschutzgeräteträgern nachgeführte LF8 sowie der Gerätewagen konnten bereits einige Stunden eher nachhause fahren und im Feuerwehrhaus wieder einsatzbereit gemacht wurden. Die jetzt abrückenden Einsatzkräfte wurden im Feuerwehrhaus Seesen noch warm verpflegt. Während des laufenden Einsatzes, war das DRK mit zahlreichen Einsatzkräften bemüht, die körperliche Schlagkraft mit kalt- und warm Getränken sowie belegten Brötchen aufrecht zu erhalten. Dieses hat auch sehr gut geklappt. an dieser Stelle herzlichen Dank dafür. Die Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte hat zu jeder Zeit problemlos funktioniert. Es waren insgesamt über 240 Einsatzkräfte vor Ort.

 

Nachdem unser Löschzug dann seinen Heimatstandort erreicht, und die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt hatte, war für die letzten Kräfte aus Langelsheim um kurz nach Mitternacht dieser Einsatz beendet.

 

Eingesetzte Kräfte Feuerwehr Langelsheim:

 

28 Personen mit ELW1, TLK23/12, LF20, GwLog1 und LF8, sowie Bereitschaft im Feuerwehrhaus.  

 

Einen ausführlichen Bericht finden Sie demnächst unter Feuerwehr Seesen

 

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